Selbstliebe – Der Körper als Zuhause
- Praxis Lebensraum

- 20. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. März
Dein Körper – ein Ort zum Ankommen
Wir wohnen alle in einem Körper. Und doch behandeln wir ihn oft nicht wie ein Zuhause – eher wie ein Projekt, das nie gut genug ist. Dabei ist unser Körper der Ort, an dem unser Leben geschieht. Er trägt uns durch Freude und Schmerz, durch Wandel und Wachstum.
Selbstliebe beginnt dort, wo wir aufhören, gegen unseren Körper zu kämpfen – und anfangen, ihn mit liebevollen Augen zu betrachten.

Warum fällt es so schwer, den eigenen Körper zu lieben?
Gesellschaftliche Ideale & Konditionierungen
Von klein auf werden wir mit Schönheitsidealen konfrontiert. Schlank, makellos, leistungsfähig – so soll ein „guter“ Körper sein.
Alles, was davon abweicht, wird oft kritisiert oder abgewertet. Diese Bilder prägen sich tief ein – und hinterlassen Spuren in unserem Selbstwertgefühl.
Psychologische Wurzeln
Ein negatives Körperbild hängt oft mit tieferliegenden Themen zusammen:
Ein geringes Selbstwertgefühl
Prägende Erlebnisse oder verletzende Kommentare in der Kindheit
Ein ständiger Vergleich mit anderen
emotionale Distanz zu uns selbst: Wenn wir gelernt haben, Gefühle zu unterdrücken, verlieren wir auch den Zugang zum Körper
Der Körper wird zum Feind, obwohl er in Wahrheit unser engster Begleiter ist!
Was bedeutet es, den Körper als Zuhause zu sehen?
Stell dir vor, dein Körper ist ein Haus, in dem du dich sicher, geborgen und willkommen fühlst.
Das bedeutet:
Du spürst dich wieder, statt dich nur von außen zu betrachten
Du hörst auf, dich zu verurteilen
Du entwickelst Fürsorge statt Kontrolle
Du achtest auf Bedürfnisse, statt sie zu ignorieren
Ein liebevoller Umgang mit deinem Körper ist ein Ankommen bei dir selbst.
Übungen: Selbstliebe durch Körperverbindung stärken
1. Körperscan mit liebevollen Worten
Nimm dir 10 Minuten Zeit.
Lege dich bequem hin, schließe die Augen und gehe gedanklich durch deinen Körper – von den Zehen bis zum Scheitel.
Bei jedem Bereich sagst du innerlich:
„Danke, [z. B. Beine], dass ihr mich durchs Leben tragt.“
Oder: „Ich nehme dich an, so wie du bist.“
Das bringt Nähe, Ruhe und einen liebevollen Blick auf dich selbst.
2. Körperpflege mit Achtsamkeit
Statt dich beim Eincremen zu kritisieren („Hier ist zu viel...“, „Da bin ich zu...“),
nimm dir Zeit, jede Berührung bewusst zu spüren.
Sprich mit dir wie mit einem Kind oder einem guten Freund:
„Ich sehe dich. Ich danke dir. Du bist gut, wie du bist.“
3. Der Körperspiegel – Übung zur Akzeptanz
Stell dich vor den Spiegel.
Schau dir nicht nur die „Problemzonen“ an, sondern deinen ganzen Körper.
Vielleicht fällt es dir schwer – das ist okay.
Sprich laut oder innerlich:
„Ich bin mehr als dieser Körper. Und ich ehre ihn, weil er mich durchs Leben trägt.“
Wichtig: Kein Zwang zur Liebe. Es geht um Kontakt – nicht um Perfektion.
4. Ausdruck durch Kreativität
Male, schreibe oder tanze, wie du dich in deinem Körper fühlst. Manchmal entstehen darüber tiefe Erkenntnisse.
Frage dich:
Welche Farbe hat mein Körpergefühl heute?
Wie würde mein Körper klingen, wenn er sprechen könnte?
Was sich verändert, wenn du deinen Körper annimmst
Du wirst sanfter mit dir selbst – innerlich wie äußerlich
Dein Selbstwertgefühl kann sich stabilisieren und du beginnst, dich unabhängiger von äußeren Bewertungen zu erleben
Du hörst auf, dich ständig zu vergleichen
Du findest Zugang zu deinen Gefühlen, weil der Körper eng mit deinem inneren Erleben verbunden ist
Du beginnst, dich in deinem Leben wirklich zu Hause zu fühlen
Fazit: Dein Körper – dein sicherer Ort
Selbstliebe ist kein Ziel, sondern ein Weg. Ein Prozess des Erinnerns.
Der Körper ist kein Feind, kein Projekt, das man optimieren muss.
Er ist ein Zuhause, in dem du dich geborgen fühlen darfst.
Wenn du beginnst, dich deinem Körper mit Respekt, Achtsamkeit und Mitgefühl zuzuwenden, wird er dir das tiefste Geschenk machen: Zugehörigkeit zu dir selbst.
Wenn du dir Unterstützung wünschst auf dem Weg zu mehr Selbstliebe und Körperverbundenheit, begleite ich dich gern mit meinen Angeboten.
"Unsere Körper sind unsere Gärten – unser Wille sind unsere Gärtner."
William Shakespeare
Love you
Silke
Hinweis:
Die Inhalte dieses Beitrags dienen der Information und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose oder Behandlung.
Ich stelle keine Diagnosen und gebe keine Heilversprechen.
Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine entsprechend qualifizierte Fachperson.



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